Public is the new Private

by BrigittaOnnaKristina on 6. September 2014

public-is-the-new-privatePublic is the new Private lautete der Titel eines 300 Tage andauernden Kunstprojektes in einem Berliner Altbau in der Kastanienallee 64, der 2011-2012 vor dem Abriss und Umbau zu Luxuswohnungen zur künstlerischen Nutzung freigegeben wurde.

Das Projekt ist zwischen Performance, Installation und Gegenwartstheater angesiedelt und mit Twitter-Facebook- und Youtube-Accounts verknüpft. Im Mittelpunkt steht HERR KEINER, der von seiner Daten-Matrix kontrolliert wird, die sich als Abfallprodukt seiner virtuellen Handlungen verselbständigt haben.

Die Aktionen und Handlungen des Herrn Keiner strahlen von der Realität auf virtuelle Plattformen zurück, lösen dort Diskussionen aus und wirken zurück in die reine Realität. Es ist ein Konzept der völligen Durchdringung der Realitäts-Virtualitäts-Kontinuums und entzieht sich jeglicher künstlerischen Kategorisierung. Ebenso unkontrollierbar und vernetzt wie Public is the new Private sich in seiner Präsentationsform zeigt, ebenso unkontrollierbar und unüberschaubar ist die ständige Identitätserweiterung des HERRN KEINER durch seine Daten-Matrix.

Der Spielort bewegt sich selbst zwischen der Öffentlichkeit und dem privaten Heim – die Besucher betreten eine Wohnung, die jedoch öffentlich zugänglich ist. Der Besucher erscheint somit als Voyeur, als Spion in den vier Wänden des HERRN KEINER, der aber selbst schon lange nicht mehr einschätzen kann, ob diese privat oder öffentlich sind.

Das Team von Public is the new Private bestand aus dem Schauspieler Johannes Brandrup, der das Projekt auch geleitet hat und  die regelmäßigen öffentlichen Führungen übernahm. Der Hauptprotagonist und künstlerischer Gestalter der Räume ist Ingolf Keiner, neben Johannes Brandrup spielte Ernest Hausmann und den theoretischen Unterbau lieferte der Blogger Michael Seemann, der auch die Szenerie entwickelte. Dank des Logentheaters konnte das Haus in der Kastanienallee 64, das von dem Projektentwickler Diamona &Harnisch zur Verfügung gestellt wurde, bespielt werden.

Zum Blog des Projektes: PUBLIC IS THE NEW PRIVATE

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